Hybriden

Hybriden

Eine Hybride entsteht durch Kreuzung von Eltern unterschiedlicher Arten. Wobei sich diese Definiton nicht nur auf Pflanzen sondern auch auf Tiere bezieht. Andere Bezeichnungen für Hybriden sind "Mischling" oder "Bastard".

Spontan in der Natur entstandene Kreuzungen (ohne das der Mensch seine Hand im Spiel hatte) werden Naturhybriden genannt.

Orchideen haben die bemerkenswerte Eigenschaft, dass sich viele Arten (unabhängig davon, ob sie einer Gattung oder mehreren angehören) miteinander kreuzen lassen. Kreuzungen innerhalb einer Gattung heißen interspezifisch. Kreuzungen über mehrere Gattungen nennt man intergenerisch. Auf diese Art und weise entstanden bis heute unzählige künstliche Hybriden.
Die Gärtnerei Sander`s & Sons aus England begann gegen Ende des 19. Jh. damit, alle Kreuzungen und die daran beteiligten Eltern zu registrieren. So können heute Kreuzungen von Cattleyen bis zu 12 Generationen zurückgeführt werden. An manchen Hybriden sind nachweislich bis zu 9 verschiedene Gattungen beteiligt.
Die Registrierung erfolgt seit Mitte des 20 Jh. durch die Royal Horticultural Society (RHS).
Bei manchen Hybriden kann man mit Hilfe dieser Liste (Sander`s List) die Abstammung bis zu den Anfängen, also bis ins 19. Jh. zurückverfolgen. Viele dieser altehrwürdigen Züchtungen sind auch heute, nach so vielen Generationen noch fruchtbar.

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Eigenschaften von Hybriden

Es ist nicht möglich, aus den Eigenschaften der beteiligten Eltern auf die Eigenschaften der Hybridpflanze zu schließen.
Eine wichtige Rolle spielt hierbei, welche der beteiligten Gattungen die Mutter- bzw. die Vaterpflanze ist. Vertauscht man Pollenempfänger und -spender, so erhält man meist Abkömmlinge mit ganz anderen Eigenschaften.

Geschichte

Der erste Züchter, von dem Kreuzungsversuche bei Orchideen bekannt sind, ist wohl John Dominy von der Firma Veitch & Sons aus Exeter/England. Er begann in den 1840er Jahren mit der Bestäubung verschiedenster Orchideen. Die ersten erfolgreichen Bestäubungsversuche unternahm er mit den damals attraktivsten Orchideen der Gattung Cattleya. Nur wuchsen die Sämlinge sehr langsam. Es dauerte viele Jahre, bis diese zur Blüte kamen. In der Zwischenzeit gelang eine Kreuzung aus Calanthe furcata und Calanthe masuca, deren Abkömmlinge schneller wuchsen und die jungen Cattleya-Hybriden bald an Wuchs überholten. 1856 blühten als erste Hybriden ünerhaupt die Calanthe-Abkömmlinge. John Dominy zu Ehren wurd die Keuzung Calanthe Dominii genannt.
Anfangs kreuzten die Züchter die Pflanzen auf gut Glück und staunten über das Ergebnis. Heutige Züchter nutzen die Kenntnis der Genetik, um bestimmte Eigenschaften bei den Kreuzungen hervorzuheben. So entstehen neue Farben, Formen oder eben robustere Pflanzen. Kommerzielle Züchter produzieren Kreuzungen nach Marktlage (Trendfarben) für Topfpflanzen bzw. Schnittblumen. Hobbyzüchter suchen meist das Besondere, das noch nicht Dagewesene. Zu sehen sind solche Züchtungen auf Ausstellungen.

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Die bekanntesten Gruppen von Hybriden

Die am meisten verbreiteten Hybriden gehören zur Gattung Cymbidium. Diese Hybriden sind sehr beliebt als Schnittblumen, weil sie sehr robust und langlebig sind. Mittlerweile gibt es sie in allen erdenklichen Farben und Größen.
Die beliebteste Topfpflanze unter den Orchideen ist sicher Phalaenopsis. Diese Hybriden gedeihen auf nahezu jeder Fensterbank. Sie vertragen auch trockene Zimmerluft und mögen im Winter die Wärme.
Paphiopedilum weist eine lange Zuchttradition auf. Sie sind auch heute noch beliebt als Topfpflanze.