Orchideen kultivieren

Orchideen im Topf oder Aufbinden?

Je nach Orchideenart gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Pflanzen zu kultivieren. Meist werden Orchideen in Töpfe gepflanzt. Kunststofftöpfe sind leicht zu reinigen und strukturstabil. Außerdem geben sie keine Stoffe ab. Wenn Sie durchsichtige Töpfe nutzen, kommt Licht an die Wurzeln der Orchideen, so dass diese an der Photosynthese teilhaben können. Und Sie können leichter beurteilen, ob das Pflanzsubstrat noch feucht ist oder gegossen werden muss.
Manche Pflanzen wachsen besser in Lattenkörben, weil sie hier mehr Luft an ihre Wurzeln bekommen. Zudem gibt es Orchideenarten (z.B. Stanhopea), die ihre Blüten entgegen der üblichen Art und Weise durch das Substrat nach unten austreiben.

Lattenkorb mit Coelogyne cristata (nach Teilung)
 


"Die Orchideenerde" gibt es nicht. Meist spricht man von Substrat oder Pflanzstoff. Dieser ist keine normale Blumenerde, sondern auf die Bedürfnisse der Orchideen abgestimmt. 
Die epiphytische Lebensweise der Orchideen verlangt ein sehr durchlässiges Material. Die Hauptbestandteile sind grobe Rindenstücke, Torf, Kokosfasern oder -chips. Die Zusammensetzung variiert je nach Art und Größe der Orchideen. Jungpflanzen können Sie in Substrat von geringerer Körnung setzen. Große Orchideen mit vielen/großen Wurzeln erhalten in der Regel eine gröberes Substrat. Und wenn Sie eher viel gießen, dann sollten Sie auf strukturfeste Materialien zurückgreifen, damit das Substrat nicht zu schnell verdichtet.
Es gibt kein allgemeingültiges Substratrezept. Jeder Züchter wird seine eigene Mischung favorisieren. Hier sollten Sie ausprobieren, mit welcher Mischung Ihre Orchideen und auch Sie am besten zurechtkommen. Manchmal tut es sicher auch vorgemischte Orchideen-Erde aus dem Gartencenter. Anderenfalls finden Sie in Büchern oder auch im Internet reichlich Anregungen und Bezugsquellen für die einzelnen Bestandteile.

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Es gibt Orchideen, die im Topf nicht so recht gedeihen wollen. Als Alternative bietet sich hier das Aufbinden an. Als Grundlage dient eine Holzstück mit fester Rinde oder ein Stück Korkeiche, auch Tonröhren werden genutzt. Diese Unterlage wird mit einem Moospolster ummantelt. Darauf wird die Orchidee gesetzt und vorsichtig festgebunden. Diese Art der Kultur kommt den natürlichen Bedingungen am nächsten, ist jedoch mit einem höheren Aufwand verbunden. Da das Gebinde schnell abtrocknet, muss häufig gesprüht werden.

Hydrokultur ist nur für sehr wenige Orchideen geeignet. Als Substrat dient hier Blähton. Die Pflanzen stehen sehr lange im Gießwasser, was nur wenige Arten tolerieren.

Orchideen in Korbkultur ohne Substrat (Vanda, Ascocenda...) werden zunehmend auch in Glasvasen gehalten. Füllen Sie das Gießwasser in die Vase, lassen Sie es min. 30 Minuten stehen und gießen es dann wieder ab. Die Restmenge an Wasser, welches in der Vase verbleibt, verdunstet und liefert so eine höhere Luftfeuchte an den Wurzeln. Staunässe sollten Sie jedoch vermeiden. Sind die Wurzeln zu groß für das Glas, zieht die Orchidee in ein größeres um.